Pädagogik

Pädagogisches Profil

Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz zeichnet sich durch eine Vielzahl pädagogischer Bausteine aus, durch die der gesetzliche Bildungs- und Erziehungsauftrag über den gewöhnlichen Rahmen eines bayerischen Gymnasiums hinaus besonders erfolgreich umgesetzt wird. Wir nehmen Art. 131 Bayerische Verfassung sehr ernst, indem wir nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Hand bilden.

Bildung ist für uns ein wertvolles Gut. Wir versuchen täglich, die vielen klugen Köpfe unserer Schule zu fordern und zu fördern, sie zu hohen kognitiven Leistungen zu befähigen. Als Referenzschule für Medienbildung und als vom Ministerium ausgewähltem Regionalzentrum für Begabtenförderung liegt uns die systematische Individualisierung und Unterstützung von Lehr-Lern-Prozessen besonders am Herzen. Naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen und Schüler werden über den täglichen Unterricht hinaus in Forschergruppen gefördert, besonders talentierte bereiten sich auf die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend forscht“ vor. Sprachlich begabte Schüler erhalten die Möglichkeit, in Französisch ein zusätzliches Sprachdiplom (DELF) zu absolvieren oder können an den zahlreichen internationalen Austauschprogrammen mit unseren Partnerschulen, an den Comenius-Projekten, an Model United Nations oder am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilnehmen. Zudem haben sie die Möglichkeit, in der 8. und 9. Jahrgangsstufe Geschichte bilingual auf Deutsch und Englisch zu lernen.

Gymnasialer Bildungsanspruch umfasst neben hohen intellektuellen Herausforderungen die Entfaltung künstlerischer und sportlicher Begabungen. Dazu bieten wir vielfältige Möglichkeiten über die musische Ausbildungsrichtung hinaus durch eine breite Palette musikalischer Ensembles von der Rock Band über die Chöre bis zum Großen Sinfonieorchester. Vielfältige Angebote des Wahlunterrichts gehen auf die verschiedensten Interessen. Als Partnerschule des Wintersports unterstützen wir leistungssportorientierte Nachwuchskaderathleten bei der Vereinbarkeit von Leistungssport und gymnasialer Bildung. Unsere Wettkampfmannschaften im Skilanglauf, Volleyball, Mountainbike und Tanz erreichen immer wieder vordere Plätze auf Bezirks-, Landes- und Bundesmeisterschaften.

Der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium wird durch eine Übertrittslotsin begleitet. Die Unterrichtsform des Wochenplans wird in Anknüpfung an die Grundschule mit dem Ziel eines selbstorganisierten Lernens weitergeführt und an gymnasiale Zielsetzungen angepasst. Der Wahlunterricht „Lernen lernen“ in Jahrgangsstufe 5 bietet Unterstützung bei der Aneignung und Optimierung von Lerntechniken. In der 5. und 6. Jahrgangsstufe bleiben die Klassen in der Hand desselben Lehrerteams. Dadurch entsteht ein enges Verhältnis, das das wesentliche Fundament für ein gutes Lernklima bildet. Zudem finden wir immer wieder innovative Vermittlungswege, um das Lehren und Lernen zu verbessern, z.B. das Lernen mit Schulhund. Sollte das Gymnasium für eine Schülerin oder einen Schüler doch (noch) nicht die richtige Schulart sein, erhalten sie vor einer Entscheidung die Möglichkeit, für einige Tage den Unterricht an den benachbarten Realschulen zu erleben. Sollte dann nach einigen Jahren wieder die Lust am Lernen im Vordergrund stehen, eröffnen wir über die Einführungsklasse in der 10. Jahrgangsstufe bei entsprechender Eignung und absolviertem Mittlerem Schulabschluss die Chance, sich gezielt auf die gymnasiale Oberstufe vorzubereiten. Um unsere besonders leistungsfähigen und interessierten Oberstufenschüler noch besser zu fördern und optimal auf das Abitur vorzubereiten, bieten wir in der Q11 und in der Q12 je einen leistungshomogen zusammengesetzten Abiturkurs ("Neigungskurs") in Deutsch, Mathematik und Englisch an. Für Oberstufenschüler, die mit diesen Fächern Schwierigkeiten haben, obwohl sie motiviert sind, regelmäßig zu arbeiten, wird in beiden Oberstufenjahrgängen je ein leistungshomogener Kurs ("Intensivkurs") angeboten, der mehr Zeit für die Wiederholung und Übung der Grundlagen einräumt.

Die Erziehung zu selbstverantwortlichem Handeln, das hohen moralischen Ansprüchen verpflichtet ist, stellt eine zentrale Rolle unseres pädagogischen Auftrags dar. Gegenseitige Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Verantwortung für sich und die anderen zeigen sich im täglichen Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrkräften, das durch die Vereinbarung der W.I.R.-Werte definiert ist. Die 5. Klassen werden zu Beginn ihrer gymnasialen Schulzeit in den Kommunikations- und Kooperationstagen an konstruktive Zusammenarbeit und Verhaltensweisen im Klassenverbund herangeführt. In der 8. Jahrgangsstufe folgt in den Schlüssel-zur-Kompetenz-Tagen eine weitere Maßnahme zur Stärkung des Gemeinsinns und der individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Institutionalisierte Informationsveranstaltungen und Workshops wie z.B. „Klicksalat – Gefahren des Internets“ und Mobbingprävention in der 6. Jahrgangsstufe, Alkoholprävention in der 7. Jahrgangsstufe, Zivilcourage- und Selbstbehauptungskurse sowie Drogenprävention in der 9. Jahrgangsstufe ergänzen den hohen erzieherischen Anspruch des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums.

Trotz der Größe der Schule ist es unser Ziel, den individuellen Bedürfnissen und Problemen der uns anvertrauten Schüler gerecht zu werden. Die einzelnen Fachlehrkräfte, die Schulpsychologin, der Beratungslehrer und die Schulsozialpädagogin versuchen unter der Koordination durch das Pädagogische Netzwerk möglichst frühzeitig und präventiv Fehlentwicklungen einzelner Schülerinnen und Schüler zu erkennen und zusammen mit den Eltern und Erziehungsberechtigten helfend einzugreifen.

Eine Reihe von außerunterrichtlichen und jahrgangsübergreifenden Einrichtungen wie die Tutoren, Streitschlichter, unsere Schulsanitäter, die sehr aktive Schülermitverantwortung (SMV) und ganz besonders der Schulverein „Gemeinsam für Afrika“  und die Schüler-Arbeitsgruppe Flüchtlingshilfe runden das pädagogische Profil ab. Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten durch diese Vielzahl an Möglichkeiten persönliche Lebenserfahrungen, die weit über das Maß anderer Schulen hinausgehen.