Begabtenförderung

Potentialentfaltung am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium

"Man kann einen Menschen nichts lehren; man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden." (Galileo Galilei)

Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium gehört zusammen mit zwei weiteren durch das Kultusministerium als „Regionalzentren für Begabtenförderung" benannten Gymnasien zum Kompetenzzentrum für Begabtenförderung in Oberbayern. Zusammen mit dem Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting, das in diesem Bereich schon länger arbeitet, hat es die Aufgabe, differenzierende und intensivierende Unterrichtsmodelle und pädagogische Instrumente zu entwickeln, die der Bandbreite unterschiedlicher Begabungen der gymnasialen Schüler besser gerecht werden als bisher.

Dieser Auftrag des Kultusministeriums ist die Antwort auf die zunehmende Heterogenität der Schülerinnen und Schüler. In den letzten Jahren wurde am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium mit der Einführung der Intensivierungsstunden, der individuellen Lernförderung in der Mittelstufe, der Wochenplanmethodik, Angeboten wie „Lernen lernen" oder der Einführungsklasse viel getan, um Schüler, die Unterstützung benötigen, adäquat zu fördern. Die inzwischen verbesserten Möglichkeiten, die Schulzeit zu verlängern oder zwischen den Schularten zu wechseln, bieten eine erhöhte schulische Passung an die individuellen Fähigkeiten. Allerdings geraten dabei oft Angebote für die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler aus dem Blick, da meist irrtümlicher Weise davon ausgegangen wird, dass diese Schülergruppe keiner besonderen Förderung bedarf. Begabung erschöpft sich nach unserem Verständnis nicht in kognitiver Leistungsfähigkeit, noch viel weniger in Intelligenztests. er hat auch nichts mit Elitebildung zu tun. Begabung ist vielmehr die gesamte Bandbreite an Fähigkeiten eines Menschen, in denen er sich entwickeln kann. Hierzu gehören neben intellektuellen Begabungen auch sportliche, soziale, emotionale, kreative. Ein Gymnasium, das Begabtenförderung ernst nimmt, muss die gesamte Bandbreite und die verschiedenen Bereiche der Begabungen seiner Schüler in den Fokus rücken und fördern. Nachdem Bildung der bedeutendste Rohstoff ist, den wir in Deutschland haben, gilt es, alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen in ihren individuellen Begabungen und Talenten zu respektieren, in ihren Stärken weiterzubringen und in ihren Schwächen zu fördern. Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Angebote, wie z.B. leistungshomogene Oberstufenkurse oder Pluskurse in Musik, Sport, Jugend forscht, erfolgreiche Angebote, die das ->Pädagogische Profil des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums seit vielen Jahren auszeichnet, sondern vielmehr um diagnostische und methodische Möglichkeiten, die in den „normalen" Fachunterricht zu integrieren sind und jeder Lehrkraft zur Verfügung stehen.

Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium ist auf dem Weg „Schätze zu suchen", die vielleicht noch im Verborgenen liegen, vielleicht aber schon sichtbar sind und auf Entfaltung warten. Wir verstehen Begabtenförderung als eine pädagogische Haltung, die das Ziel verfolgt, Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Potenziale bestmöglich zu unterstützen.

16 Lehrkräfte aller Fachrichtungen nehmen sich aktuell in der Arbeitsgruppe „Begabtenförderung" dieses Themas an. Die psychologische Diagnostik liegt in den Händen der Schulpsychologin. Fachlich unterstützt wird das Projekt durch die speziellen Fortbildungsmodule „Individuelle Förderung" sowie zusätzliche personelle und finanzielle Mittel des Kultusministeriums.